Wir
sollen um viertel nach 5 aufstehen, das Taxi zum Fährhafen kommt um
kurz vor 6. Einer der Hotelangestellten hat versprochen uns zu wecken,
um viertel vor 6 klopft jemand ungeduldig an unsere Zimmertür, das
Taxi steht schon bereit zur Abfahrt. 
Wir
sind noch reichlich verschlafen als wir an den Hafen kommen, in unserem
Kahn zum Speedboot sehen wir den Sonnenaufgang und Fischerboote, die mit
dem Fang für heute zurückkommen. Unser Speedboot ist größer
als das bei der Hinfahrt (und wie man uns versichert hat von einer zuverlässigeren
Gesellschaft als das andere) aber natürlich ist es trotzdem schon
wieder ziemlich eng und wir bekommen beinahe keinen Platz mehr im Inneren.
Hier gibt es nämlich numerierte Plätze und da schon einige Kähne
mit Passagieren angekommen sind, werden alle neuen Fahrgäste gleich
auf das Dach komplimentiert. Wir behaupten durch eine kleine Urkundenfälschung erfolgreich
unseren mühsam erkämpften Sitzplatz und kommen so auch in den
Genuß von drei Filmen die während der Fahrt gezeigt werden.
Wir stoppen kurz nach dem Ablegen schon wieder. Insgesamt halten wir noch
zweimal an, immer ist ein Fischernetz und diverse andere Dinge, die sich
in der Schiffsschraube verheddert haben, der Grund zum Anhalten. Das ist
eine ganz alltägliche Sache und hält uns höchstens 2 Stunden
auf, so daß wir fahrplanmäßig um ein Uhr Mittags in Pnom
Phen ankommen. Ein mitreisender Franzose empfiehlt uns das Hotel Princess
und wir haben ohne Probleme ein zentrales Hotel für diese Nacht gefunden.
Am
Nachmittag besichtigen wir das ehemaligen Gefänis aus der Roten Khmer-
Zeit, das jetzt ein Museum ist.

Später bummeln wir den Fluß entlang und trinken dann einen Aperitiv im Foreign Correspodants Club.
Wir beobachten den Sonnenuntergang und freuen
uns über den gelungenen Tag.
Wir
haben gerade ein norwegisches Paar kennengelernt, das auch nach Vietnam
möchte und wir werden uns morgen ein Taxi teilen. Da der Club eigentlich
eher ein Treffpunkt für Expats ist, hat uns die Norwegerin nur angesprochen
weil Wolframs T-Shirt aus Angkor so touristenmäßig aussieht.
Wir beschließen den Tag mit einem
Essen im Khmer Surim, wieder eine Empfehlung aus der Zeitschrift im Flugzeug,
ohne die wir das Lokal in einer kleinen Seitenstraße nie entdeckt
hätten. Wir essen hervorragend und gehen zufrieden ins Bett. Ich freue
mich schon auf morgen wenn wir wieder in Vietnam sind. Irgenwie ist es
dort doch noch etwas zivilisierter.
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