11.Tag Urkundenfälschung Urkundenfälschung

Wir entdecken noch zwei freie Plätze. Ein Aufseher will die Tickets sehen. Da auf unseren Karten keine Platznummer eingetragen ist, sagt er bedauernd "Upstairs!" und will uns wieder hinausbeordern. Ich sehe nicht ein, daß wir für 25 $- das sind ungefähr 5x so viel wie der reguläre Fahrpreis für die Einheimischen- 5 Stunden lang auf dem Dach in der Sonne und im Fahrtwind sitzen sollen. In der allgemeinen Konfusion werden wir nicht weiter beachtet und ich schreibe einfach die Nummern unserer Sitzplätze auf die Karten.
In Kambodscha ist Korruption überall ganz normale Geschäftspraxis und ich empfand das mitunter als ziemlich anstrengend. Unsere Fährtickets wollte jeder für uns besorgen, ob es der Taxifahrer oder die Hotelbediensteten waren. Jetzt wird uns auch klar warum. Der Preis für die Touristen ist immer gleich, daß die Kambodschaner weniger zahlen wußten wir auch, daß der Gewinn bei unnumerierten Plätzen größer ist, war uns nicht klar. Im Hotel hatten sie uns angeboten, die Tickets für 20$ zu besorgen, als wir sie dann schließlich bekamen, mußten wir doch 25$ bezahlen. Wahrscheinlich gab es Probleme mit dem Taxifahrer, der auch seinen Anteil wollte (er hatte uns zum Ticketoffice gefahren) und auf den Karten steht ja für jeden ersichtlich 25$.
Bei der nächsten Kontrolle ist auch der rechtmäßige Inhaber von Wolframs Platz da und möchte sich setzen. Es ist ein Kambodschaner, er bekommt aber dann einen Platz weiter hinten zugewiesen, der noch frei ist. Unsere Karten werden als echt befunden und wir haben ja schließlich mehr dafür bezahlt. Der geprellte Fahrgast will sich nicht damit abfinden und versucht bei der Fährbesatzung zu protestieren. Uns tut es schon ein wenig leid für die Mann, vor allem da wir mit dem Filmprogramm während der Fahrt eh nicht viel anfangen können.
 

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