Wir entdecken noch zwei freie Plätze. Ein Aufseher will die Tickets
sehen. Da auf unseren Karten keine Platznummer eingetragen ist, sagt er
bedauernd "Upstairs!" und will uns wieder hinausbeordern. Ich sehe nicht
ein, daß wir für 25 $- das sind ungefähr 5x so viel wie
der reguläre Fahrpreis für die Einheimischen- 5 Stunden lang
auf dem Dach in der Sonne und im Fahrtwind sitzen sollen. In der allgemeinen
Konfusion werden wir nicht weiter beachtet und ich schreibe einfach die
Nummern unserer Sitzplätze auf die Karten.
In Kambodscha ist Korruption überall ganz normale Geschäftspraxis
und ich empfand das mitunter als ziemlich anstrengend. Unsere Fährtickets
wollte jeder für uns besorgen, ob es der Taxifahrer oder die Hotelbediensteten
waren. Jetzt wird uns auch klar warum. Der Preis für die Touristen
ist immer gleich, daß die Kambodschaner weniger zahlen wußten
wir auch, daß der Gewinn bei unnumerierten Plätzen größer
ist, war uns nicht klar. Im Hotel hatten sie uns angeboten, die Tickets
für 20$ zu besorgen, als wir sie dann schließlich bekamen, mußten
wir doch 25$ bezahlen. Wahrscheinlich gab es Probleme mit dem Taxifahrer,
der auch seinen Anteil wollte (er hatte uns zum Ticketoffice gefahren)
und auf den Karten steht ja für jeden ersichtlich 25$.
Bei der nächsten Kontrolle ist auch der rechtmäßige
Inhaber von Wolframs Platz da und möchte sich setzen. Es ist ein Kambodschaner,
er bekommt aber dann einen Platz weiter hinten zugewiesen, der noch frei
ist. Unsere Karten werden als echt befunden und wir haben ja schließlich
mehr dafür bezahlt. Der geprellte Fahrgast will sich nicht damit abfinden
und versucht bei der Fährbesatzung zu protestieren. Uns tut es schon
ein wenig leid für die Mann, vor allem da wir mit dem Filmprogramm
während der Fahrt eh nicht viel anfangen können.