12.Tag

12. Tag

Donnerstag 25. Februar

Das Taxi mit unseren norwegischen Begleitern holt uns pünktlich um 9.30 Uhr am Hotel ab. Heute wollen wir nach der Grenze noch nach Tai Ninh, wir haben es also nicht besonders eilig.
Unsere Mitfahrer sind schon seit 6 Monaten auf Reisen und hatten urprünglich geplant, ein ganzes Jahr in Asien zu verbringen. Sie haben schon fast alle Länder hier gesehen, das nächste Monat ist Vietnam im Programm . Sie sind ein bißchen frustriert, am liebsten würden sie eigentlich wieder nach Hause fahren. Ihnen sind die neuen Eindrücke schon etwas zuviel geworden und da sie überall nur die Highlights gesehen haben sind so durchschnittlich tolle Sachen wie zum Beispiel die Tempel in Ankor auch nicht mehr so beeindruckend wie sie sich das vielleicht vorgestellt haben.
Der Taxifahrer stellt nach einer halben Stunde Fahrt die Klimaanlage ab und möchte mehr Geld wenn er sie wieder anmacht. Wir versuchen anfangs noch mit ihm zu diskutieren, unsere Begleiter sind ja schon routiniert und haben in der Preisverhandlung alle Faktoren berücksichtigt. Benzin und Klimaanlage war bei dem ausgemachten Preis von 24$ inklusive. Der Taxifahrer versteht jetzt kein Englisch mehr und schreibt 30$ auf einen Zettel. Wir drohen damit auszusteigen, der Zettel verschwindet schließlich wieder und die Klimaanlage bleibt doch an. Der Taxifahrer fährt sehr vorsichtig und wir sind um zwei Uhr an der Grenze. Wir bezahlen wie ausgemacht 24$ und gehen zu den Grenzposten.
Das Überschreiten der Grenze hat diesmal unvorhergesehene Tücken und wir dürfen nicht einreisen.
Wir verabschieden und von den Norwegern und haben auch gleich wieder einen Taxifahrer, der uns zurück nach Pnom Penh bringen will. Also er gesehen hat, daß etwas mit unserem Visum nicht stimmt, hat er sich an unsere Fersen geheftet und seine Chance gewittert. Unsere Stimmung ist ziemlich am Nullpunkt, die Aussicht auf noch einen Tag in Pnom Penh und vor allem die Fahrt dorthin zurück ist nicht gerade das was wir uns für heute Abend vorgestellt hatten. Die Fahrt zurück hat jetzt nicht mal mehr exotischen Reiz, wir kennen ja schon alles und sind ziemlich genervt als der Fahrer während der Fahrt am Haus seiner Eltern anhält und uns einlädt, seine Familie kennzulernen. Wir bleiben im Auto sitzen und ärgern uns über die Situation. Die Mutter des Taxifahrers kommt ans Auto und ist sichtlich dankbar für die Dollars, die wir bringen. Wir fahren weiter und allmählich finden wir uns mit unserer Lage ab und wir fangen an, uns ganz nett mit unserem Fahrer zu unterhalten. Als wir gegen Abend wieder an der Fähre sind, kommt unser Taxifahrer mit einer Tüte Snacks zurück und bietet uns etwas an. Ich möchte gerne mal probieren, sieht aus wie Oliven oder Nüsse. Beim näheren Hinsehen erkennt man, daß es geröstete Käfer sind- igittigitt. Wenn man das Wasser dazu gesehen hat, wo die Käfer herausgefischt werden, vergeht wahrscheinlich jedem Europäer der Appetit. Es ist schon dunkel als wir wieder in Pnom Penh sind. Unser Taxifahrer will uns unbedingt in ein Hotel bringen wo er Provision bekommt. Liegt angeblich ganz zentral und ist sehr nett und noch dazu viel billiger als unseres. Um die Stimmung nicht zu verderben sehe ich mir mal ein Zimmer an. Im Hotelflur sitzen Frauen mit kurzen Röckchen und Nummern an den knappen T-Shirts. Diese Art von Hotel ist nun doch nicht so ganz nach meinem Geschmack und wir landen schließlich wieder im Hotel Princess.
Wir gehen noch einmal ins Khmer Surim wo uns das Essen seltsamerweise nicht mehr so gut schmeckt wie gestern und denken nicht viel darüber nach wie wir morgen hier wegkommen sollen.
 
 

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