Das Taxi mit unseren norwegischen Begleitern holt uns pünktlich
um 9.30 Uhr am Hotel ab. Heute wollen wir nach der Grenze noch nach Tai
Ninh, wir haben es also nicht besonders eilig.
Unsere Mitfahrer sind schon seit 6 Monaten auf Reisen und hatten urprünglich
geplant, ein ganzes Jahr in Asien zu verbringen. Sie haben schon fast alle
Länder hier gesehen, das nächste Monat ist Vietnam im Programm
. Sie sind ein bißchen frustriert, am liebsten würden sie eigentlich
wieder nach Hause fahren. Ihnen sind die neuen Eindrücke schon etwas
zuviel geworden und da sie überall nur die Highlights gesehen haben
sind so durchschnittlich tolle Sachen wie zum Beispiel die Tempel in Ankor
auch nicht mehr so beeindruckend wie sie sich das vielleicht vorgestellt
haben.
Der Taxifahrer stellt nach einer halben Stunde Fahrt die Klimaanlage
ab und möchte mehr Geld wenn er sie wieder anmacht. Wir versuchen
anfangs noch mit ihm zu diskutieren, unsere Begleiter sind ja schon routiniert
und haben in der Preisverhandlung alle Faktoren berücksichtigt. Benzin
und Klimaanlage war bei dem ausgemachten Preis von 24$ inklusive. Der Taxifahrer
versteht jetzt kein Englisch mehr und schreibt 30$ auf einen Zettel. Wir
drohen damit auszusteigen, der Zettel verschwindet schließlich wieder
und die Klimaanlage bleibt doch an. Der Taxifahrer fährt sehr vorsichtig
und wir sind um zwei Uhr an der Grenze. Wir bezahlen wie ausgemacht 24$
und gehen zu den Grenzposten.
Das Überschreiten der Grenze hat diesmal unvorhergesehene
Tücken und wir dürfen nicht
einreisen.
Wir verabschieden und von den Norwegern und haben auch gleich wieder
einen Taxifahrer, der uns zurück nach Pnom Penh bringen will. Also
er gesehen hat, daß etwas mit unserem Visum nicht stimmt, hat er
sich an unsere Fersen geheftet und seine Chance gewittert. Unsere Stimmung
ist ziemlich am Nullpunkt, die Aussicht auf noch einen Tag in Pnom Penh
und vor allem die Fahrt dorthin zurück ist nicht gerade das was wir
uns für heute Abend vorgestellt hatten.
Die
Fahrt zurück hat jetzt nicht mal mehr exotischen Reiz, wir kennen
ja schon alles und sind ziemlich genervt als der Fahrer während der
Fahrt am Haus seiner Eltern anhält und uns einlädt, seine Familie
kennzulernen. Wir bleiben im Auto sitzen und ärgern uns über
die Situation. Die Mutter des Taxifahrers kommt ans Auto und ist sichtlich
dankbar für die Dollars, die wir bringen. Wir fahren weiter und allmählich
finden wir uns mit unserer Lage ab und wir fangen an, uns ganz nett mit
unserem Fahrer zu unterhalten.
Als
wir gegen Abend wieder an der Fähre sind, kommt unser Taxifahrer mit
einer Tüte Snacks zurück und bietet uns etwas an. Ich möchte
gerne mal probieren, sieht aus wie Oliven oder Nüsse. Beim näheren
Hinsehen erkennt man, daß es geröstete Käfer sind- igittigitt.
Wenn man das Wasser dazu gesehen hat, wo die Käfer herausgefischt
werden, vergeht wahrscheinlich jedem Europäer der Appetit.
Es
ist schon dunkel als wir wieder in Pnom Penh sind. Unser Taxifahrer will
uns unbedingt in ein Hotel bringen wo er Provision bekommt. Liegt angeblich
ganz zentral und ist sehr nett und noch dazu viel billiger als unseres.
Um die Stimmung nicht zu verderben sehe ich mir mal ein Zimmer an. Im Hotelflur
sitzen Frauen mit kurzen Röckchen und Nummern an den knappen T-Shirts.
Diese Art von Hotel ist nun doch nicht so ganz nach meinem Geschmack und
wir landen schließlich wieder im Hotel Princess.
Wir gehen noch einmal ins Khmer Surim wo uns das Essen seltsamerweise
nicht mehr so gut schmeckt wie gestern und denken nicht viel darüber
nach wie wir morgen hier wegkommen sollen.
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