7. Tag

Samstag 20. Februar

Wir müssen wieder früh aufstehen, der Bus der uns an die Grenze bringen soll braucht ungefähr 3 Stunden. Wir fahren in Richtung Tay Nihh und müssen vor der Grenze an einer Abzweigung aussteigen. Wir fahren mit einem großen, leeren Bus im Zentrum los. Etwas außerhalb der Stadt müssen wir in einen anderen, reichlich klapprigen umsteigen. Hier ist auch viel Platz um wir haben je eine Sitzbank mit zwei Sitzen für uns alleine, unser Gepäck braucht eben auch einigen Platz. Doch wir haben uns zu früh gefreut, der Bus füllt sich zusehends und die Schaffnerin setzt uns um. Wir protestieren und können einen annehmbaren Platz in der letzten Reihe ergattern, für die Beine der beste Platz im ganzen Bus und für das Gepäck ist auch noch Platz. Auch als sich während der Fahrt der Bus weiter füllt, sitzen wir ziemlich bequem neben Heuballen und einem riesigen Korb mit Eiern. Da wir so viel Gepäck haben, müssen wir anscheinend den doppelten Preis bezahlen. Während der Fahrt will die Schaffnerin auf einmal noch mehr Geld von uns. Da wir den Grund dafür nicht einsehen wollen, gibt sie schließlich auf. Sie organisiert für uns aber noch die Mopedfahrer, die uns bei der Abzweigung nach Mok Bay an die Grenze bringen sollen. Wir werden förmlich aus dem Bus geworfen, unser Gepäck haben sich schon die Mopedfahrer geschnappt, die sofort losfahren wollen. Da der Preis für die 8 km bis zur Grenze natürlich völlig überhöht ist, lassen wir uns nicht darauf ein. Gleich kommt ein ganzer Schwarm von Mopeds auf uns zu und wir handeln einen realistischen Preis aus. Als wir schon losfahren wollen, kommt es zu einem Streit zwischen zwei Mopedfahrern, da sie sich nicht einigen können, wem das Geschäft zusteht. Es kommt fast zu einer Schlägerei, schließlich fahren wir aber doch los. Wolframs Fahrer muß noch tanken und wir verlieren uns aus den Augen. Kurz vor der Grenze werden wir abgesetzt, wir sind froh daß alles gut geklappt hat.
An der Grenze ist wenig los, ein mürrischer Grenzbeamte macht einen Stempel in den Paß und wir sind in Kambodscha.
Dort warten schon einige Taxifahrer auf Passagiere. Wir handeln einen Preis von 15.- $ für die Fahrt nach Pnom Penh aus. Als wir uns über den Preis einig sind kommt noch ein Engländer über die Grenze der auch mitfährt. Die Fahrt ist ein neues Erlebnis in Sachen Transportmittel. Der Fahrer hat anscheinend den Ehrgeiz auf einer völlig desolaten Straße einen Geschwindigkeitsrekord aufzustellen. Er bugsiert das Auto im Slalom um die riesigen Schlaglöcher und überholt mit wildem Gehupe. Wir hatten ja schon gedacht, in Kambodscha wäre Linksverkehr, aus der Fahrweise unseres Taxifahrers konnte man anfangs keine eindeutigen Rückschlüsse ziehen. Durch die Beobachtung der anderen Verkehrteilnehmer geht aber hervor, daß hier nur die meisten Autos das Lenkrad rechts haben.  Eine gute Stunde nachdem wir an der Grenze losgefahren sind, kommt ein besonders großes Schlagloch und der Fahrer hält vorsichtshalber besser an um nachzusehen. Er hat noch einen intakten Ersatzreifen im Kofferraum und der Reifen wird schnell gewechselt. Die obligatorischen Kinder zum Zuschauen sind auch schnell um uns herum.
Die Straße geht praktisch immer geradeaus, es gibt so gut wie keine Abzweigungen und entlang der Straße sind ab und zu Holzhütten und hin und wieder ein Dorf. Wir kommen allmählich in dichter besiedeltes Gebiet und halten schließlich vor einem Flußlauf an. Wir sind an einem Fährhafen, um das Auto scharen sich Kinder die kalte Getränke verkaufen wollen. Die Fahrt mit der Autofähre dauert ungefähr 10 Minuten, wir sind froh für die Abwechslung. Danach fahren wir noch ungefähr eine Stunde und kommen in Pnom Penh am späten Nachmittag an.
 

      
Die Busse in Kambodscha sind noch etwas luftiger als in Vietnam. Erstaunlich ist jedoch, daß es hier viel mehr Autos gibt als in Saigon.  Das Sunway Hotel, eine Empfehlung aus der Flugzeugzeitschrift, erweist sich als sehr ordentlich und ist auch recht nah am Fährhafen nach Siam Reep. Wir kaufen dort die Tickets für morgen. Nach einem Bummel am Fluß, einem kühlen Tiger Bier in einer Bar und Abendessen am Wasser gehen wir müde ins Bett.
 
 

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